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DAS SCHWYZERÖRGELI

Von: Remo Gwerder, Musikhaus Gwerder


Das Schwyzerörgeli ist im Gegensatz zu einer chromatischen Handorgel diatonisch gestimmt, das heißt, es klingt auf Zug oder Druck verschieden. Dies gilt allerdings nur für die Melodieseite, die Bassseite ist bei allen Örgeli mit mehr als 10 Bässen chromatisch. Das Schwyzerörgeli besteht vorwiegend aus verschiedenen Holzarten (Ahorn, Buche, Birnbaum, Kirschbaum), dies macht den hellen, heimeligen und freundlichen Ton aus. Schwyzerörgeli werden in verschiedenen Tonarten hergestellt (B, A, H, C, Cis). Von den Kunden wird zu 90% das B-Örgeli bevorzugt. Schwyzerörgeli gibt es in verschiedenen Größen: Vom sehr kleinen 4-bässigen Miniörgeli bis hin zum 80-bässigen Örgeli. Das 18-bässige Örgeli wird von den Kunden am meisten verlangt. Der Preis variiert dabei je nach Marke und Ausführung stark zwischen Sfr. 4000 und Sfr. 6000. Bei den besonders niedrigen Preislagen handelt es sich meistens um italienische Produkte, die in der Schweiz oftmals als echte Schwyzerörgeli verkauft werden. Für den Kenner sind jedoch gewisse qualitative Unterschiede nicht zu übersehen. Die echten Schwyzerörgeli werden in 2 Hauptgruppen aufgeteilt: die Innerschweizer- und die Bernerörgeli. Zur Innerschweizergruppe gehören die Marken Gwerder, Jeker, Zürcher, Kolleger, Ott u.a. Die bekannteste Marke bei den Berner Örgeli ist Ruedi Reist. Die begehrtesten und mit Abstand teuersten Örgeli sind die alten Nussbaumer. Gwerder hat die Rechte und die Werkzeuge nach dem Tod von Josef Nussbaumer gekauft und stellt seine Orgeln seit 40 Jahren nach dessen Vorbild her. Das Schwyzerörgeli ist noch heute bei jung und alt sehr beliebt, wobei auch vor diesem Instrument der Fortschritt nicht halt macht: Seit 2003 stellt die Firma Gwerder auch elektronische Schwyzerörgeli her, bei denen der Klang elektronisch erzeugt wird, die Instrumente aber ansonsten genauso zu spielen sind, wie traditionelle Örgeli.

Abbildung: Gwerder, Schwyzerörgeli mit 18 Bässen, um 2005;
(Aus: Roth, Ernst, Schwyzerörgeli Geschichte-Instrumentenbau-Spielpraxis, 1. Neuauflage 2006)


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