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DAS WIENER HORN

Von: Andreas Lange, DAKAPO


Das Wiener Horn ist eine spezielle Bauform des Waldhorns, das sich meistens durch den Einbau von Doppelpumpenventilen unterscheidet. Durch die engere Mensur als beim Doppelhorn - die Rohrlänge beträgt vom Mundstück bis zum Schalltrichterende etwa 3,7 Meter - besitzt es mehr Teiltöne und klingt dadurch generell heller als ein Doppelhorn. Sein Mechanismus begünstigt weiche Bindungen bei legato gespielten Tönen, so dass diese fließend ineinander übergehen. Andererseits ist es aber schwierig, bei schnellen legato-Folgen die Töne sauber erklingen zu lassen. Das Instrument fordert dem Musiker ein hohes Maß an Kunstfertigkeit und Meisterschaft ab. In der heutigen Orchesterpraxis ist das Wiener Horn eine Rarität - nur wenige Orchester in Europa verwenden es noch. Bei den Wiener Philharmonikern ist es für die Hornisten Pflicht, das Wiener Horn zu beherrschen. Es prägt den spezifischen Wiener Klangstil. Der Instrumentenbauer Leopold Uhlmann (1806-1878) kann als "Vater des Wiener Horns" bezeichnet werden. Um 1830 konstruierte er die für dieses Instrument so charakteristischen Pumpenventile. Heute werden die Wiener Hörner in Österreich von folgenden Firmen hergestellt: Haagston, Andreas Jungwirth und Eduard Kiefl. Weiterhin werden sie auch von einigen wenigen Firmen u.a. in Deutschland produziert.


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