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DIE SUBKONTRABASS-B-TUBA

Von: Heidrun Eichler, Direktorin Musikinstrumentenmuseum Markneukirchen


Ob es nun wirklich die größte Tuba der Welt ist, die 2012 erstmals in einem Konzert vorgestellt wurde, sei dahingestellt. Es ist aber mit Sicherheit die tiefste Tuba weltweit, die spielbar und musikalisch voll einsetzbar ist. Die Rohrlänge beträgt 11,20 m; wenn alle vier Ventile getätigt werden, wird eine Luftsäule von annähernd 20 m in Schwingung gebracht. Um den tiefsten Ton, das Subkontra B (B2), zu spielen, braucht man nicht nur die richtige Körpergröße, sondern auch unwahrscheinlich viel Luft. Das Musizieren auf dem Giganten ist ebenso rekordverdächtig wie alles, was mit dem Bau im Zusammenhang steht. Am Anfang steht immer eine Idee - hier war es die dereinst nicht durchführbare Bestellung eines Kunden, die bei Hartmut Geilert den Gedanken reifen ließ, eine Tuba zu bauen, die in allen Teilen doppelt so groß ist wie eine "normale" B-Tuba. 2010 suchte der Museumsverein für den Festumzug zum 650-jährigen Stadtrechtsjubiläum einen Hersteller für eine Tuba, die der von Emil Körner 1913 gefertigten und im Museum ausgestellten ähnelt. Mario Weller, Mitglied des Museumsvereins und Berufskollege von Hartmut Geilert, setzte sich besonders dafür ein, dass eine neue Riesentuba das Licht der Welt erblicken durfte. Er organisierte die erforderlichen Handwerker, von denen der eine ein wichtiges Teil lieferte, der andere beim Polieren half, der dritte den Transport übernahm usw. Ohne die Hilfe und Unterstützung von fast 30 Firmen und Privatpersonen hätte die Riesentuba nicht gebaut werden können. Die allergrößte Hochachtung aber gilt den Hauptakteuren, zu denen neben Hartmut Geilert und seinem Sohn Michael die Metallblasinstrumentenmachermeister Jürgen Voigt und der Zylindermaschinenmachermeister Manfred Paulus (beide aus Markneukirchen) gehören. Jürgen Voigt fertigte in seiner Werkstatt das Schallstück mit einem Durchmesser von 88 cm, Manfred Paulus, der hauptberuflich 48 Jahre lang als Maschinenmacher tätig war, die Ventile - eine Leistung ganz besonderer Art. Die Bauzeit von September 2009 bis Dezember 2010 war eine Höchstleistung aller Beteiligten und spiegelt die Kompetenz der vogtländischen Metallblasinstrumentenmacher wider. Seit Februar 2011 ist die Riesentuba im Musikinstrumentenmuseum Markneukirchen ausgestellt und wird zu besonderen Anlässen von Prof. Jörg Wachsmuth, Solotubist der Philharmonie Dresden, gespielt (siehe Foto).

Heidrun Eichler, Direktorin, www.museum-markneukirchen.de


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