Musikinstrumente-Thema
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KARL MACOUREK UND DIE SCHRAMMELHARMONIKA

Von: Lisl Waltner


Im Musikhaus Macourek wurden sämtliche Harmonika- und Akkordeoninstrumente verkauft oder auch repariert. Das Besondere der Werkstätte war der Bau von Schrammelharmonikas, den dreireihigen, chromatischen Knopfharmonikas, deren Bau und Stimmung vor ungefähr 1 ½ Jahrhunderten für den Gebrauch in der Wiener Volksmusik entwickelt worden war. Daher hat das Instrument auch den Namen, der auf das legendäre "Schrammelquartett" zurückgeht. Das hier abgebildete Modell hat auf der Diskantseite 52 Töne, von G bis ais, 2-chörig wegen der beabsichtigten Schwebung. Stimmplatten, Klaviatur und Knöpfe sind so angeordnet, dass man bei Akkordwechsel die beiden mittleren Finger gerade nach vorne setzen kann; das kommt dem Spieler von Wiener Musik entgegen. Auf der Bassseite gibt es nur 12 Knöpfe, aber alle Tonarten in Dur und Moll nach einem ausgeklügelten System. Im Duo mit der Kontragitarre oder im Quartett mit Geigen und Kontragitarre wird die linke Hand meist gar nicht gespielt. Karl Macourek machte sich als Handharmonikameister im Jahr 1951 selbständig und konnte seine Werkstätte und sein Geschäft im Lauf der Jahre immer wieder vergrößern. Etliche Jahre arbeitete sein Sohn mit ihm, der den Betrieb 1998 übernahm, 2006 aber das Gewerbe niederlegte. Die letzten Modelle, die Herr Macourek anfertigte, sind mit Zelluloid überzogen und haben ein von ihm gewünschtes "moderneres" Aussehen.

© Text und Photos: Lisl Waltner, Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien


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