Musikinstrumente-Thema
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Basler Tasteninstrumentenbau im 18. Jh.

Von: Thomas Friedemann Steiner


Peter Friedrich Brosy (1700 Schwäbisch Hall - 1764 Basel) erlernte als Schreiner den Orgelbau, zunächst bei Wiegleb in Wilmersdorf, dann bei Silbermann in Straßburg. Nach mehr als zehn Jahren in Basel bewarb er sich 1745 um den Status eines Universitätsangehörigen, wie er damals auch Musikern und Fechtmeistern zugestanden wurde. Um sein Anliegen zu fördern, brachte er vor, er sei der einzige in der Stadt, der Orgeln und andere musikalische Instrumente stimmen und reparieren könne. Zudem wolle er „einen hiesigen Burgerknaben in die Lehr nehmen”. Bei Ablehnung des Gesuchs würde er anderwärts günstige Bedingungen annehmen und die Stadt verlassen. Brosy wurde ins akademische Bürgerrecht aufgenommen und war noch fast zweiBasler Tasteninstrumentenbau im 18. Jh. Jahrzehnte lang vielseitig in Basel tätig: Er baute Tasteninstrumente, stimmte und reparierte Clavichorde, Spinette, Cembali und Orgeln. Seit 1755 arbeitete er zudem als Orgelinspektor. Wie beliebt seine Instrumente waren, zeigen Kaufgesuche im „Avisblatt Basel” noch 25 Jahre nach seinem Tod. Zwei seiner Spinette sind bis heute erhalten.

Johann Jacob Brosy (1748 Basel - 1816 Basel) war das elfte Kind von Peter Friedrich Brosy und Maria Elisabeth Illinger. Früh half er in der Werkstatt seines Vaters mit und konnte nach dessen Tod die angefangenen Instrumente fertig stellen. Die finanzielle Situation der Witwe war prekär, und Johann Jacobs Vormund suchte bei privaten Spendern und der öffentlichen Hand Unterstützung für eine weitere Ausbildung des Sohnes, mit dem Hinweis darauf, dass „die Menge der in Unserer … Statt und Land sich befindlichen Orgelen und Clavecins jemanden zur Erhaltung derselben sehr nötig haben wird”. Ob er damit Erfolg hatte, ist nicht bekannt. Johann Jacob Brosy konnte sich als Instrumentenbauer jedenfalls eine ausreichende Existenzgrundlage schaffen. Neben Orgelgehäusen und Prospektpfeifen sind von ihm ein Clavichord, ein Spinett und mehrere Tafelklaviere erhalten.
Thomas Friedemann Steiner


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