Musikinstrumente-Thema
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ZUR GESCHICHTE DER ORGEL IM DOM ZU ZEITZ

Von: Winfried Schrammek


Im Jahre 1663 verlegte Herzog Moritz von Sachsen seine Residenz von Naumburg nach Zeitz. Herzog Moritz verpflichtete den langjährig in Dresden tätig gewesenen Hofkapellmeister Heinrich Schütz als Berater für die zu gründende Hofkapelle sowie für die musikalische Einrichtung des Domes zu Zeitz. Schütz regte 1663 in einem Brief an Herzog Moritz an: "solche beyde Chore mit Einer zierlichen Zimmer und Tischlerarbeit" und zwar um "Ein anderthalb Elle ... in die Kirche gerückt..., Auff welche weise denn, und anders nicht, solche Chore meiner meinung nach Ihre perfection und gebührendes Lob erst erreichen würden ..." Es handelt sich hierbei um die Orgel auf der Südempore, die aufwändig mit barockem Schnitzwerk verziert wurde. Auf der Nordempore errichtete man der Symmetrie wegen ein gleichartiges Orgelgehäuse, jedoch nur mit stummen Prospektpfeifen ohne musikalisch technische Anlage. Somit standen ab 1663 die nach den Anweisungen von Heinrich Schütz neugestaltete "große Orgel" und ein kleines Positiv zur Verfügung.
Nach mehreren Reparaturen im 18. und 19. Jh. erfolgte 1961 ein tief eingreifender Umbau der Orgel. Lothar Heinze schuf eine dreimanualige Orgel. Erstmals wurde nun auch das Gehäuse auf der Nordempore mit klingenden Pfeifen versehen. Von dieser "modernen" Orgel in historischen Gehäusen wurde der südliche Teil, also die eigentliche Orgel, beim Einsturz des Vierungspfeilers und der mit ihm verbundenen Gewölbe im Juni 1982 schwer zerstört. Maßstab für den Wiederaufbau des Orgelgehäuses bildeten die aus den Trümmern geborgenen Gehäuseteile.
Von 1999 bis 2001 erbaute die Hermann Eule Orgelbau GmbH Bautzen das neue Orgelwerk. Wegen des Verlustes vieler Register war eine exakte klangliche Rekonstruktion nur bei wenigen Registern möglich, wohl aber wurde die historisch gegebene Klangvielfalt erkannt und wiederbelebt. Die heutige Disposition mit 27 Registern auf zwei Manualen und Pedal bei mechanischer Spiel- und Registertraktur ist ganz aus der von Heinrich Schütz begründeten Tradition heraus erwachsen. Eine Umfangerweiterung in den Manualen und im Pedal sowie eine Stimmung bei a' - 440 Hz lassen auch die Interpretation neuer Musik zu.

(stark gekürzte Fassung)

2012 wurde der Förderverein "Musikfreunde EULE-Orgel Zeitzer Dom e.V" zum Erhalt der Orgel und der Förderung der Musik gegründet:

www.kath-zeitz.de/EuleOrgel.html


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