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DIE MATÚZ-NAGY-MULTIPHONFLÖTE

Von: Nicole Sandt


Die vielseitig einsetzbare Matúz-Nagy-Multiphonflöte wurde vom ungarischen Flötist und Komponist István Matúz entworfen und von dem ungarischen Instrumentenbauer Attila Nagy in die Realität umgesetzt. Der mittlerweile 20 Jahre in Österreich lebende Instrumentenbaumeister schaffte hiermit eine großartige Leistung, "er hat mühelos immer neuere und bessere mechanische Lösungen gefunden." (István Matúz) Die Matúz-Nagy-Multiphonflöte ist eine Weiterentwicklung der Böhmflöte. Neue Tonlöcher und eine "unabhänige" Flötenmechanik eröffnen gerade für Neue Musik und den Jazz eine unermessliche Vielfalt von Tönen. Neue, nicht temperierte Töne, Vierteltöne, Timbres sowie die dazugehörenden Multiphonics sind auf ihr spielbar. Schon Mitte der 70er Jahre hatte István Matúz die Idee für eine Flöte mit "unabhängiger" Mechanik und kalkulierte die maximale theoretische Griffzahl auf 4.723.920. Seitdem sind in Zusammenarbeit mit Attila Nagy verschiedene Modelle entstanden, die bereits auf Flötenkongressen in Tampere, München, San Diego, Niigata City vorgestellt wurden. Insgesamt baute Attila Nagy drei Muster der Multiphonflöte. Aus finanziellen Gründen stellte er jedoch die Produktion ein. Er spezialisierte sich ganz auf die Restaurierung und Reparatur von Holz- und Blechblasinstrumenten. István Matúz schätzt die Multiphonflöte indessen so sehr, dass er mehrere Stücke für sie komponiert hat und noch heute erfolgreich Konzerte auf ihr gibt. Weitere Varianten von Multiphonflöten sind nach wie vor auf dem internationalen Markt. Stephen Wessel baut in England seine multiphonische "Komplex Flute" und Eva Kingma in Amerika Multiphonflöten mit speziellem Kingma-System. Alle diese Flöten stellen überzeugend neue Tendenzen im Flötenbau dar und eröffnen für die Zukunft weitreichende Perspektiven.

Nicole Sandt, Berlin


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