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DIE ORGEL IN DER DRESDNER FRAUENKIRCHE

Von: Christoph Rühle


Rekonstruktion der Orgel Gottfried Silbermanns oder Bau einer modernen Orgel? Selten wurde vor dem Bau einer neuen Orgel so intensiv und öffentlichkeitswirksam gestritten wie im Fall der Orgel der Dresdener Frauenkirche. Im Ergebnis wurde 2005 von der Orgelbaufirma Kern aus Strasbourg (Frankreich) die heutige Orgel erbaut. Sie vereint die Bauweise und den Klang der Orgeln von Gottfried und Andreas Silbermann mit denen der französischen Romantik. Dadurch ist die Orgel extrem vielseitig einsetzbar und für Werke von J.S. Bach ebenso perfekt geeignet wie für Werke von Max Reger, Louis Vierne oder Olivier Messiaen. Das Instrument verfügt über 67 klingende Register mit 4.876 Pfeifen, welche auf vier Manuale und Pedal verteilt sind. Dabei misst die größte Pfeife über fünf Meter, während die kleinste Pfeife nur wenige Millimeter lang ist. Mit insgesamt 11 verschiedenen Koppeln, drei Tremulanten, dem Schweller im dritten Manual, dem Registercrescendo und dem Setzer mit über 8000 möglichen Registerkombinationen stehen dem Organisten zahlreiche Spielhilfen zur Seite. Seit Einweihung der Frauenkirche erfreut sich auch die Orgel einer großen Beliebtheit unter den Zuhörern und den Organisten. Davon zeugen die zahlreichen gut besuchten Orgelkonzerte mit namhaften internationalen Organisten wie auch die sehr gefragten CD-Einspielungen mit dem Organisten, der Frauenkirche Samuel Kummer sowie Kay Johannsen (Stuttgart). Zwischenzeitlich ist sie eine der meistgenutzten Orgeln in Sachsen. Besondere Bekanntheit erlangte die Orgel schon vor ihrer Erbauung durch den Dresdner Orgelstreit. Dabei ging es um die Frage, ob die Orgel Gottfried Silbermanns originalgetreu rekonstruiert werden soll, oder ob die Frauenkirche eine moderne Orgel erhalten soll. Entschieden wurde zugunsten der heute vorhandenen Orgel.


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