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KRISTIAN KÖRTINGS KERAMIK-ORGEL

Von: Nicole Sandt, DAKAPO


Schon als Thüringer Sängerknabe wurde Kristian Körtings Interesse für Orgeln geweckt. Er registrierte auf Chorreisen den mitreisenden Organisten und lernte viele unterschiedliche Orgeln in der damaligen DDR kennen. Die Idee eine Ton-Orgel zu bauen, kam dem späteren Künstler in den 1970er Jahren. Vor allem war es die Doppeldeutigkeit des Wortes "Ton", die Kristian Körting inspirierte. Er wollte wissen, wie es klingt, Töne mit Tonpfeifen zu erzeugen. Der Bau begann 1977 und war nach Überwindung zahlreicher Schwierigkeiten 1979 abgeschlossen. Seitdem wurde die Orgel in mehreren Ausstellungen öffentlich ausgestellt und befindet sich seit einigen Jahren im Besitz des Keramik-Museums von Bürgel. Vor zwei Jahren interessierte sich auch der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) für die Orgel. Er machte Tonaufnahmen, die in der Sendereihe "Unterwegs in Thüringen" zu hören waren. Im Keramik-Museum von Bürgel ist die Keramikorgel öffentlich zugänglich und kann auf Wunsch auch von den Besuchern gespielt werden. Um Klavierspieler hierbei nicht zu bevorteilen, hat sich Körting extra für Zugknöpfe anstelle von Klaviertasten entschieden. Aber auch Nichtmusiker und Kinder sollten spielerisch mit dem Instrument umgehen können. Im Grunde ist die Orgel eine Schleifladen-Orgel mit zwei wesentlichen Besonderheiten. Wie schon erwähnt, besitzt sie keine Klaviertastatur. Die Tonerzeugung geschieht mittels Zugknöpfen, die nach Betätigung in ihrer Stellung verharren. Andererseits verfügt sie über drei Register mit Tonpfeifen. Der Prospekt der Orgel besteht aus Schmuckpfeifen, die nicht spielbar sind. Die klingenden Pfeifen befinden sich direkt hinter dem Prospekt und stehen auf den Tonkanzellen über den Schleifen. Die Tonpfeifen sind bei nur 900°C gebrannt, also nicht dicht gebrannt und bekommen daher einen sehr weichen angenehmen Klang. Er erinnert an den Klang einer Okarina, die aber solch tiefe Töne in der Regel nicht hervorbringt. Wer die vielleicht erste Keramikorgel der Welt live sehen und hören möchte, ist herzlich in das Keramik-Museum Bürgel am Kirchplatz 2, Dienstag-Sonntag: 11-17 Uhr eingeladen.

Tel. 03 66 92 - 37 333


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